Rückblick

Blick zurück

Vor über 20 Jahren wurde das Parkhaus Viehmarkt eröffnet. Der Viehmarktplatz war in der Vergangenheit ein wichtiger Marktplatz und Höhepunkt des bäuerlichen Marktgeschehens in Wil.

Die Funktion/Bestimmung des Platzes gab auch den Ausschlag für die damalige Bildgestaltung: Bauern, Tiere, Marktbesucher wurden mittels Schatten-Projektion auf die Parkhauswände projiziert und durch eine spezielle «Borstenstrich Malerei» umgesetzt, heute noch sichtbar auf dem Lüftungskamin auf dem Viehmarktplatz.

Zur visuellen Signalisierung wurden die Bilder auf den Park-Etagen in den Farben Orange und Olivgrün gestaltet.

Renovation nach 20 Jahren

Vor 20 Jahren wurde das Parkhaus Viehmarkt eröffnet.

Mit der Renovation des Parkhauses und der Neugestaltung der Signaletik wurden grundlegende Änderungen vollzogen.
Im Rahmen der Umbauarbeiten musste auch die Kunst am Bau neu definiert werden. So bot sich eine einmalige Gelegenheit. Die gleichen Kunstschaffenden bearbeiteten die gleiche Situation in einem neuen Kontext; die gleiche bauliche Situation, doch die künstlerische Persönlichkeit der Kunstschaffenden haben sich mit der Zeit weiterentwickelt.
Die Bedeutung des Viehhandels auf dem Viehmarktplatz hat stark abgenommen.

Diese veränderte Situation ist auch in die neue Gestaltung durch Salzmann/Zeintl eingeflossen. Dafür hat der Bezug zu einer lebendigen Altstadt und den Bedürfnissen der Wiler Bevölkerung nach Mobilität deutlich zugenommen.

Für Salzmann/Zeintl ist diese Ausgangssituation herausfordernd, reagieren sie doch auf Umdeutungen, veränderte Rahmenbedingungen und lassen diese in ihre Arbeit einfliessen. Ihre Vorliebe für kinetische Objekte und Rauminstallationen sind immer noch zentraler Bestandteil ihrer künstlerischen Arbeiten.

Die Entwürfe und Ideen korrespondieren mit der Signaletik-Gestaltung der Designer der Firma Designalltag.

Reaktion auf die vorhandenen Gestaltungselemente

Die Supergrafik und farbliche Rastereinteilung in drei Blautönen, die Säulenstruktur und die eingeteilten Parkflächen dominieren die Parkhausebenen, zwei lange Wandflächen mit einer trapezförmigen Fläche.
Der schiefe Boden, der sich zum Ausgang neigt, bildet den Freiraum für die visuelle Gestaltung.

Schnell wurde klar, dass Salzmann/Zeintl dieser strikten und geometrischen vertikal-horizontalen Situation fliessende Bewegungen entgegensetzten wollten.

Die kinetische Bewegung

Drei rhythmische, fliessende, sich dynamisch verjüngende Bänder führen optisch zu den Ausgängen hin.
Die Supergrafiken bilden den Start- und Endpunkt der Bewegung. Der Kunstbetrachtende oder Parkplatzsuchende bewegt sich entlang der Bänder. Der sich verändernde Blickwinkel des Betrachters lässt die Bänder bewegen.

Im vorbei- gehen oder vorbeifahren werden sich die Wellenspannen und entspannen, Schwung aufnehmen und ihre Energien verdichten.
Dabei werden die statischen Wellenbewegungen vor unserem inneren Auge in Bewegung gesetzt. Nicht wie sonst üblich bewegt sich das kinetische Ojekt, sondern der Kunstbetrachtende.

Die Herausforderungen

Den gemachten Entwurf in Original-grösse auf die Wand zu transferieren, stellte sich als Herausforderung dar.

Eine digitale Skizze auf überblickbare Grösse (z/B Format A0) zu transferieren, stellt keine besondere Anforderung dar, ein Band, das sich über 30 Meter kontinuierlich um 2 bis 3 mm verdickt und in einen engen asymmetrischen Bogen mündet, erwies sich als echte Herausforderung.

So dynamisch und geschwungen wie sich die Skizze auf dem A0-Blatt präsentierte, sollte auch die 30-fache Vergrösserung wirken. Die Skizzen wurden digital umgesetzt und in negativer Umsetzung in Folien geschnitten.
Die über 9 Meter langen Einzel-Folien wurden ausgemessen und präzise aufgeklebt Die negativen freien Bänder wurden weiss grundiert und anschliessend mit den verschiedenen Blautönen ausgemalt.

Eine weitere Herausforderung waren die geschwungenen Treppenaufgänge. Die Entwürfe wurden am Bildschirm bearbeitetet.
Um bei der Bearbeitung ein Verziehen des am Bildeschirm erstellten Entwurfs zu verhindern, wurde Papier in die Wandkrümmung fixiert, die Wellenbewegungen auf das Papier skizziert und anschliessend auf einer flachen Wand fotografiert. Die Folien wurden geschnitten und zusammengesetzt in die gekrümmte Wand montiert.

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